NetzWerk in Hamburg-Eimsbüttel

Zum Beginn der Teilnahme am NWGA wurde eine ausführliche Bestandsaufnahme zu dem Gesundheitszustand und der Krankengeschichte der Teilnehmenden sowie ihrem sozialen Umfeld durchgeführt. Auf dieser Grundlage erarbeiteten Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachrichtungen gemeinsam einen Plan mit individuellen Empfehlungen, die ganz persönlich auf die NWGA-Teilnehmenden zugeschnitten waren. Diese Empfehlungen beinhalteten Maßnahmen, die dazu beitragen können, die Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern. Bei der Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen erhielten die Teilnehmenden Unterstützung durch Fallmanagerinnen und Fallmanager – sie dienten als feste Ansprechpartnerinnen und -partner. Das NWGA bestand aus unterschiedlichen Bausteinen:

LUCAS Funktions-Index

Das NWGA richtete sich an ältere Menschen mit einem erhöhten Risiko, in absehbarer Zeit hilf- und pflegebedürftig zu werden oder an Menschen mit einem der Pflegegrade eins bis drei. Ob die spezifischen gesundheitlichen und medizinischen Voraussetzungen für eine Teilnahme am NWGA vorlagen, wurden mit dem sogenannten LUCAS Funktions-Index ermittelt. Dabei handelt es sich um einen wissenschaftlich geprüften, schriftlichen Fragebogen. Dieser Kurzfragebogen beinhaltet elf Fragen zu alltäglichen Situationen und wurde von den Teilnehmenden selbst gegebenenfalls mit Unterstützung eines Angehörigen ausgefüllt.

Soziales Assessment

Das soziale Umfeld, die Wohnsituation, der Familienstand, der berufliche Werdegang, ausgeübte Freizeitaktivitäten – all diese Aspekte können einen Einfluss auf Ihre Gesundheit haben. Um die Teilnehmenden bestmöglich unterstützen zu können, gab es ein persönliches Gespräch in der Koordinierenden Stelle. Dadurch konnten die Empfehlungen noch genauer an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Geriatrisches Assessment

Im Rahmen dieser Eingangsuntersuchung wurden umfangreiche medizinische Untersuchungen und Tests durchgeführt. Diese umfassten die Erhebung des individuellen Gesundheitszustandes (Selbstständigkeit, Sturzrisiko etc.), eine medizinische Anamnese (Erhebung aktueller und früherer Krankheiten), körperliche Untersuchungen, Testung der Sinne (Sehen und Hören), Erfassung der Arzneimitteleinnahmen sowie motorische Tests (zur Messung der Mobilität, der muskulären Kraft, des Gleichgewichts, der Ganggeschwindigkeit und der körperlichen Aktivität).

Fallkonferenz

Im Rahmen einer interdisziplinären Fallkonferenz haben unsere Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachrichtungen (Facharzt/-ärztin für Altersmedizin, Physiotherapeut/-in und Sozialarbeiter/-in/Krankenpfleger/-in) gemeinsam die Ergebnisse aus den Gesprächen mit den Teilnehmenden und ihren Untersuchungen beziehungsweise Tests besprochen. Auf der Basis dieser Ergebnisse wurden Empfehlungen von Maßnahmen erarbeitet, die persönlich auf die NetzWerk-Teilnehmenden zugeschnitten waren. Diese Empfehlungen sollten dabei helfen, die Gesundheit der Teilnehmenden zu erhalten oder zu verbessern.

Unterstützungsplan

Vom Albertinen Haus erhielten die NWGA-Teilnehmenden per Post einen Patientenbrief. Darin wurden die Ergebnisse aus den Gesprächen, Untersuchungen und Tests zusammengefasst. Darüber hinaus erläuterte der Patientenbrief den individuellen Unterstützungsplan, also die persönlichen Empfehlungen. Gleichzeitig erhielt der Hausarzt oder die Hausärztin einen Arztbrief mit diesen Informationen. Einige der empfohlenen Maßnahmen mussten durch den Hausarzt oder die Hausärztin verordnet werden. Auf der Grundlage des Patienten- bzw. Arztbriefes wurden die weiteren Schritte gemeinsam mit dem Hausarzt oder der Hausärztin der Teilnehmenden besprochen.

Fallmanagement

Bei der Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen standen den Teilnehmenden Fallmanagerinnen oder Fallmanager der Koordinierenden Stelle des NWGA am Albertinen Haus als feste Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite. Zum Beispiel bei Fragen zum Patientenbrief oder wenn sich neue Ereignisse in Bezug auf die Gesundheit ergeben haben. Die Beratungsgespräche konnten je nach Bedarf telefonisch, persönlich oder per Video-Telefonie erfolgen.

Digitale Plattform

Die NWGA-Teilnehmerin oder -Teilnehmer erhielten zusätzlich die Möglichkeit, kostenfrei auf die digitale Kommunikations- und Unterstützungsplattform PAUL zuzugreifen – entweder webbasiert, als App oder über einen Tablet-PC mit der vorinstallierten PAUL-Software, die jeder Teilnehmende zu Beginn des Innovationsfondsprojektes auf Wunsch erhalten konnte.

Unsere Projektpartner

Das Albertinen-Haus

Das Albertinen-Haus – Zentrum für Geriatrie und Gerontologie wurde 1980 als erstes Bundesmodell für Klinische Geriatrie gegründet und genießt in der Altersmedizin bundesweite hohe Reputation. In einem umfassenden modellhaften Konzept werden kurative, frührehabilitative und palliative Behandlung, ambulante und stationäre Pflege, selbstständiges Wohnen älterer Menschen sowie präventive Angebote eng miteinander verzahnt. Seit 2002 ist das Albertinen-Haus wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Hamburg und stellt den Stiftungsprofessor für Geriatrie und Gerontologie an der Universität Hamburg. Jährlich werden in der Medizinisch-Geriatrischen Klinik mit 127 Betten rund 2.500 Patienten, in der geriatrischen Tagesklinik mit 35 Plätzen ca. 650 Patienten behandelt. Mit der Etablierung einer Einheit für Palliative Geriatrie und der Station für Kognitive Geriatrie zur akutmedizinischen Versorgung von kognitiv eingeschränkten Patienten sowie einem Zentrum für Alterstraumatologie gehört das Akademische Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg zu den bundesweiten Vorreitern. Neu ist eine Psychiatrische Tagesklinik für Ältere.

Das Bundesmodell Ambulante Geriatrische Rehabilitation sowie die Wohn-Pflegeeinrichtung mit Max Herz-Haus, Bundesmodelleinrichtung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, unterstreichen die besondere altersmedizinische Kompetenz. Hinzu kommen eine Service-Wohnanlage, ein ambulanter Pflegedienst, die Beratungsstelle Demenz für Betroffene und ihre Angehörigen sowie Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention wie Therapeutisches Krafttraining, Tai Chi, Pilates, Fitness im Bewegungsbad und andere. Die Albertinen-Akademie ist Anbieter für geriatrisch-gerontologische Weiter- und Fortbildungen.

In der Abteilung für klinisch-geriatrische Forschung und Dokumentation werden Projekte in der Verbindung von Wissenschaft und Praxis zu geriatrisch-gerontologischen Themen mit Partnern auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene durchgeführt. Der Erfolg dokumentiert sich unter anderem im 1. Preis des Deutschen Präventionspreises 2005. Seit 2000 untersucht die LUCAS-Langzeitstudie Merkmale funktionalen Alterns in Hamburg. Arbeiten im Rahmen der Studie werden bzw. wurden gefördert durch: Europäische Kommission, BMFSFJ, Robert Bosch Stiftung, BMBF, Max und Ingeburg Herz-Stiftung. Ergebnisse sind bereits in innovative Praxiskonzepte geflossen, unter anderem „Aktive Gesundheitsförderung im Alter“, NetzWerk GesundAktiv.

Die Techniker

Die Techniker Krankenkasse ist mit mehr als 11 Millionen Versicherten die größte Krankenkasse in Deutschland. Mit fast 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie in allen 16 Bundesländern vertreten und gehört zu den am stärksten wachsenden Playern im deutschen Gesundheitssystem. Ihr Etat umfasst inzwischen ein Volumen von über 40 Milliarden Euro. Die TK hat immer wieder hart an ihren Strukturen gearbeitet. Dadurch verfügt sie mit 107 Euro je Versicherten über stark unterdurchschnittliche Verwaltungskosten (GKV-Durchschnitt: 152 Euro). Zwar kann die Kasse auf eine mehr als 130-jährige Geschichte zurückblicken. Dennoch versteht sie sich als modernes Dienstleistungsunternehmen, das sehr großen Wert auf Innovationen, Digitalisierung, Service und Effizienz legt.

Die TK verfügt über hochspezialisiertes Know-how für das Entwickeln, Steuern und Evaluieren von Selektivverträgen und Modellvorhaben, seit 2016 auch für Projekte im Rahmen des Innovationsfonds. Von bisher insgesamt 230 geförderten Versorgungsforschungsvorhaben (VF) bzw. 150 Modellprojekten für neue Versorgungsformen (nVF) ist die TK jeweils 32 (14% VF) bzw. 56 (37% nVF) Projekten beteiligt, davon in sieben nVF-Projekten als Konsortialführerin.

Mit aktuell mehr als 200 Verträgen in 100 Indikationsgebieten versorgt die TK damit jährlich mehr als 400.000 Patientinnen und Patienten. Dabei hat die TK mit unterschiedlichen Vertragspartnern innovative Versorgungsformen von Apps und Coaches zur Krankheitsbehandlung bis hin zu High-Tech-Versorgungsangeboten und sektorenübergreifende Versorgungsangebote für schweren Erkrankungen mit Ihren Vertragspartnern entwickelt. Ein besonderer Schwerpunkt ist seit Jahren die Förderung digitaler Anwendungen im Gesundheitswesen einschließlich der Validierung und Nutzung künstlicher Intelligenz.

Im NetzWerk GesundAktiv übernimmt die TK die Rolle der Konsortialführung und hat die volle Verantwortung über das Projekt.

DAK-Gesundheit

Die DAK-Gesundheit gehört zu Deutschlands größten Krankenkassen, 5,6 Millionen Menschen vertrauen ihr. Eine hohe Qualität in der Versorgung und eine starke Orientierung am Kunden zeichnen die DAK-Gesundheit aus.

Für die Gesundheit ihrer Versicherten gibt die DAK-Gesundheit im Jahr mehr als 28 Milliarden Euro aus. Das sind 70 Millionen Euro pro Tag für Arztbesuche, Medikamente, Hilfsmittel vom Hörgerät bis zum Rollator und Angebote zum Gesundbleiben wie Ernährungsberatung oder Raucherentwöhnung. Die Krankenkasse geht weit über gesetzliche Standards hinaus, bietet beispielsweise ein besonderes Vorsorgepaket für Schwangere und zusätzliche Gesundheitschecks für Kinder und Jugendliche. Sie bezuschusst unter anderem Leistungen wie Osteopathie und sportmedizinische Untersuchungen und erstattet 90 Prozent der Kosten für Reiseimpfungen.

Für ihre Versicherten ist die DAK-Gesundheit ein zuverlässiger Partner in allen Fragen von Gesundheit und Pflege. Bestätigt wird dieser Anspruch durch Qualitätskontrollen des TÜV Rheinland sowie Krankenkassentests diverser Magazine. So kürte Focus Money die DAK-Gesundheit zur besten Krankenkasse für Familien. Auch mit ihrem Service-Angebot, ihren Bonus- und Vorteilsprogrammen, Wahltarifen und digitalen Angeboten schneidet die Kasse hervorragend ab.

Die DAK-Gesundheit erweitert ihr Angebot laufend, zum Beispiel um Programme oder Apps, die Patienten und Angehörige im Umgang mit Krankheiten unterstützen. Außerdem bietet die Kasse ganzheitliche Versorgungskonzepte etwa für Diabetiker, psychisch Kranke oder Menschen mit Herzleiden. An fit4future, der 2016 gestarteten DAK-Präventionsinitiative für gesunde Schulen unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, haben bisher insgesamt rund 600.000 Schüler an 3.200 Grund- und Förderschulen teilgenommen. Seit Beginn des Jahres 2020 wird fit4future auch auf Kitas ausgeweitet.

Die DAK-Gesundheit berücksichtigt in ihrer Unternehmensstrategie die veränderten Rahmenbedingungen in der Gesellschaft, mit der nicht nur wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand, sondern auch das Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit jedes Einzelnen eng zusammenhängen. DAK-Versicherte können sich in einer Reihe qualitativ hochwertiger Fachkliniken behandeln lassen, die DAK-Vertragspartner sind. Die DAK-Servicezentren vor Ort erörtern gerne, wie diese und andere qualifizierte Einrichtungen genutzt werden können. Mehr Informationen zu den Leistungen der DAK-Gesundheit gibt es online.

BARMER

Die BARMER, als bundesweit tätige Krankenkasse mit insgesamt 9 Mio. Versicherten, bundesweit rund 400 Geschäftsstellen und einem rund 37,3 Mrd. Euro umfassenden Haushalts, bietet ihren Versicherten eine umfassende medizinische Versorgung, die über den gesetzlichen Leistungskatalog hinausgeht. Getreu ihrem Motto „Gesundheit weitergedacht“ fördert die BARMER medizinischen Fortschritt. Speziell im Bereich innovativer Versorgungsformen geht die Krankenkasse immer wieder neue Wege und entwickelt zukunftsweisende Konzepte.

Als verlässlicher Partner versteht sich die BARMER nicht nur als Dienstleister ihrer Versicherten, sondern auch als Impulsgeber für die Weiterentwicklung medizinischer Leistungen und bedarfsgerechter Angebote. Anspruch ist es, allen BARMER Versicherten in jeder Lebensphase die bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung zu gewährleisten.

KNAPPSCHAFT

Die KNAPPSCHAFT gehört zum Verbundsystem der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Mit mehr als 1,5 Millionen Versicherten zählt die KNAPPSCHAFT zu den größten bundesweit tätigen Krankenkassen in Deutschland. Sie ist seit 2007 eine für alle frei wählbare Krankenkasse und stellt eine Vielzahl von Leistungen zur Früherkennung und Prävention bereit – viele Angebote reichen dabei über die Standards der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus.

Als moderne Krankenkasse fühlt sich die KNAPPSCHAFT der kontinuierlichen Weiterentwicklung ihres Leistungsspektrums verpflichtet. In zahlreichen Verträgen zur Integrierten Versorgung sowie in Selektivverträgen hat sie innovative Versorgungsformen für ihre Versicherten entwickelt, zum Beispiel mit der Elektronischen Behandlungsinformation eBI.

In Schleswig-Holstein ist die KNAPPSCHAFT als erste Kasse dem Norddeutschen Epilepsienetz beigetreten und unterstützt damit eine innovative, internetbasierte Versorgungsform für Kinder mit Epilepsien. In Hamburg und Schleswig-Holstein ist sie zudem am Angebot „Integrierte Versorgung seelische Gesundheit“ beteiligt. Zudem bietet die KNAPPSCHAFT ihren Versicherten zahlreiche Zusatzleistungen wie Online-Kurse zu Stressbewältigung, Yoga und gesunder Ernährung, ein umfangreiches Bonusprogramm sowie medizinischen Beratungsservice. Die eigenen Pflegeberaterinnen und Pflegeberater unterstützen die Versicherten darüber hinaus kompetent bei allen Fragen rund um die Pflegebedürftigkeit.

Die Teilnahme am Projekt NetzWerk GesundAktiv (NWGA) gibt der KNAPPSCHAFT eine weitere Möglichkeit, sich konstruktiv an der Entwicklung der Gesundheitslandschaft in Hamburg zu beteiligen.