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Erste Zusammenkunft des neuen Beirates am 30. November 2018

Der eine war früher in seinem Leben mal Bierbrauer, ist nun, mit 81 Jahren, seit mehr als 20 Jahren Rentner – und viel unterwegs. Die andere hat in den 1950er Jahren Psychologie studiert, hatte dann lange Zeit einen eigenen Lehrstuhl und bekam irgendwann einen Anruf vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, ob sie in seinem Kabinett Ministerin werden wolle. Was sie auch tat – wenn auch nur für eine Legislaturperiode. Denn an der Uni hatte sie ja noch genug zu tun. Was bis heute so geblieben ist, denn sie ist mit 88 Jahren Ehrenvorsitzende der BAGSO, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, und tritt noch immer öffentlich für die Belange der alten Menschen in Deutschland ein. Der Dritte, mittlerweile ebenfalls über 50 Jahr alt, hat früher mal bei ihr Psychologie studiert und eine wichtige Prüfung abgelegt. Alle drei – Horst Schwelnus als Vertreter der Teilnehmer, Prof. Dr. Ursula Lehr, ehemalige Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit, sowie Marco Kellerhof, Abteilungsleiter für Gesundheitliche und pflegerische Versorgung, Gesundheitsberufe und Senioren an der Gesundheitsbehörde in Hamburg –  sind Mitglieder des neuen NWGA-Beirates, der sich am 30. November konstituiert hat.

Schon die allgemeine Vorstellungsrunde macht klar: Hier wird jeder etwas mitnehmen. Etwa als Dagmar Hirche vom Verein „Wege aus der Einsamkeit“ davon berichtet, wie sie einst „acht Tanten über 80“ zu einem Kaffeetrinken einlud, um zu erfahren, wie Senioren den Umgang mit Smartphones und Tablets beigebracht bekommen möchten. Nicht bei einem „Workshop“, sondern eher bei einem „Gesprächskreis“ – und nicht als „Anfänger“, denn „Anfänger können in der Regel schon zu viel.“ Mittlerweile hat sie in der Gesprächsreihe „Wir versilbern das Netz“ in Hamburg 4000 Senioren im Umgang mit digitalen Medien geschult und gibt dem Innovationsfondsprojekt als weiteres Beiratsmitglied wertvolle Impulse. Spontan verabredet sie sich mit den Kollegen aus dem Albertinen-Haus, um noch einmal einen kritischen Blick auf die Wortwahl und Ansprache der Teilnehmer in den NWGA-Unterlagen zu werfen.

Bei der Vorstellung des Projekts berichtet eine Mitarbeiterin aus dem „Herzstück“ des NWGA, der „Koordinierenden Stelle“ am Albertinen-Haus, davon, dass sie bei den Erstgesprächen mit Interessenten erst einmal ihre ganze Überzeugungskraft aufbringen muss, damit die Menschen ihr vertrauen und sich öffnen. Dabei habe sie, die schon lange mit alten Menschen arbeite, auch einen ganz neuen, fröhlichen Blick aufs Alter gewonnen und persönlich sehr viel gelernt. Spontane Rückmeldung von anderen Beiratsmitgliedern: Nach so einem „Erstgespräch“ würden auch wir mitmachen!

Es geht aber auch um viele praktische Fragen: Wie kann das NWGA im Stadtteil weiter ausgerollt werden? Wie kann man den öffentlichen Nahverkehr besser einbinden? Wie viel soll das Tablet PAUL, der Persönliche Assistent für Unterstützes Leben, den Teilnehmern an Arbeit abnehmen? „PAUL sollte die Menschen aktivieren, aber nicht faul machen“, mahnt Frau Prof. Lehr – und erntet Beifall von allen Beiratsmitgliedern, vor allem von den Teilnehmervertretern des NWGA.

Insgesamt gibt es viele neue Impulse, neue Ideen – und viel Lob:  Man sei beeindruckt von der Anzahl der Rückmeldungen, der Arbeit der Konsortialpartner und den Schilderungen aus dem Albertinen-Haus und freue sich, an der weiteren Entwicklung teilhaben zu können.

Als Vorsitzende des neuen NWGA-Beirates wurde Frau Prof. Lehr vorgeschlagen und einstimmig gewählt – sie nahm das Amt gern an. Die nächste Zusammenkunft ist für das Frühjahr 2019 geplant.