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Hinter den Kulissen: Vadim Rusakov

Im Hamburger „NetzWerk GesundAktiv“ erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Tablet-PC, auf dem das technische Unterstützungssystem PAUL installiert ist. PAUL steht für „persönlicher Assistent für unterstütztes Leben“ und wird von CIBEK technology + trading bereitgestellt. Die Firma NXI installiert das System in den Wohnungen der NWGA-Teilnehmenden und übernimmt gemeinsam mit dem Albertinen-Haus die Betreuung vor Ort. Auch kümmert NXI sich um Schulungen für die Teilnehmer, die im Albertinen-Haus und individuell in den jeweiligen Haushalten stattfinden. Wir haben mit dem Gründer und Projektverantwortlichen von NXI, Vadim Rusakov, über das Hamburger Projekt gesprochen.

Vadim Rusakov, Geschäftsführer/CEO NXI

Herr Rusakov, welche Vorteile sehen Sie für ältere Menschen durch die Nutzung von PAUL?

Vadim Rusakov: Ich glaube, dass PAUL älteren Menschen, die bisher noch keinen Umgang mit digitalen Medien hatten, einen einfachen Zugang bietet. PAUL hat nicht die Zielsetzung, dass die älteren Menschen nur noch dieses Gerät nutzen – er soll die Aktivität anregen. Auf dem Gerät befindet sich zum Beispiel ein Dienstleistungsportal, welches unterschiedlichste Angebote für den älteren Personenkreis konsolidiert. Das ist eine sehr bequeme Lösung, weil die Teilnehmenden auf einen Blick sehen können, was unterschiedliche Anbieter in Ihrem Stadtteil präsentieren. Die Funktionalitäten des Tablets sind auf das Wesentliche reduziert und die Teilnehmer werden nicht mit Informationen überladen. Gleichzeitig gibt es Funktionen, die vor allem nützlich für ältere Teilnehmer sind, wie zum Beispiel das Trinktagebuch.

Sie installieren PAUL vor Ort in den Wohnungen und halten auch Schulungen für die Teilnehmer. Was sind die häufigsten Fragen der PAUL-Nutzerinnen und -Nutzer?

Rusakov: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben natürlich oftmals Berührungsängste, daher lauten die meisten Fragen wie folgt:  „Kann ich etwas kaputt machen?“, „Bin ich dafür nicht schon zu alt?“ oder „Wozu brauche ich das überhaupt?“

Diese Ängste kann man den Personen aber in den meisten Fällen nehmen, in dem man die Vorteile des Geräts aufzeigt. Ein einfaches Beispiel: Ausnahmslos alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer schauen die Tagesschau. Wir stellen daher die Youtube-Videothek der Tagesschau als Favorit ein und erklären, dass man nun jede verpasste Sendung überall gucken kann, zum Beispiel auch im Garten bei gutem Wetter. Oftmals sind dann die Ängste und Vorbehalte vergessen.

Gibt es Herausforderungen, älteren Menschen digitale Kompetenzen zu vermitteln?

Rusakov: Ich würde die Herausforderungen weniger auf das Alter zurückführen als auf die Tatsache, dass viele der Teilnehmenden noch nie Computer, Tablets oder Smartphones verwendet haben. Ich denke, dass selbst jüngere Menschen Anfangsschwierigkeiten hätten, wenn Sie von heute auf morgen mit einer komplett neuen Technologie konfrontiert werden würden.

Welche Unterschiede gibt es aus Ihrer Sicht im NetzWerk GesundAktiv im Vergleich zu anderen Projekten?

Rusakov: In diesem Projekt stehen ganz klar die Menschen und Ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt. Ausnahmslos alle Parteien versuchen das bestmögliche Ergebnis für die NWGA-Teilnehmerinnen und -teilnehmer zu erreichen. Unsere Projektpartner treten mit sehr großem Respekt und Empathie an die Thematik heran, um möglichst den Blickwinkel der Teilnehmenden im Fokus zu haben. In meinen Augen ist das nicht selbstverständlich und bestätigt die Zielsetzung des Projekts: Eine höhere Autonomie für Menschen im höheren Alter bei gleichbleibender, oder sogar besserer Lebensqualität. Solche Projekte haben einen sehr großen Nutzen für die Gesellschaft und deshalb sollte man sich vor den damit verbundenen Herausforderungen nicht abschrecken lassen.